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KGB – Auf großer Mission!

„Ich weiß nicht, wieso ich euch so hasse, Fahrradfahrer dieser Stadt“, mit dieser Textzeile besangen einst Tocotronic die Stadt Freiburg in Baden-Württemberg. Eine Stadt, die oft mit Freiburg verwechselt wird, ist Freiberg in Sachsen. Eine Kleinstadt nahe Dresden, die aber bedeutender ist, als man zuerst denkt.

Vor allem ist diese Stadt bekannt, wegen ihrer Universität, der TU Bergakademie, die in diesem Jahr, ihr 250-Jähriges Bestehen feierte.

Eine Woche nach den Jubiläumsfeierlichkeiten gab es zum dritten Mal ein MINT-EC Camp in Freiberg. Auch unsere Schule, das Ernst-Abbe Gymnasium, ist seit einiger Zeit Mitglied in diesem Verein. Er fördert Schüler, die besonderes Interesse an Naturwissenschaften, Mathematik, Technik und Informatik haben.

Vom 24. bis zum 27. November 2015, drehte sich beim Camp alles um das Thema: „Zukunft Werkstoffe“. Nachdem die 19 Schüler aus ganz Deutschland am Dienstag anreisten, wurden wir erst einmal begrüßt und stellten uns vor. Weiterhin wurde der Plan für die nächsten vier Tage vorgestellt. Jeder Tag behandelte einen anderen Werkstoff. Am ersten war es Glas, am zweiten Keramik, am dritten ging es um das große Feld der Baustoffe. Am letzten Tag besuchten wir die „terra mineralia“, DIE Mineralienausstellung, für die Freiberg ebenfalls bekannt ist.

Um wieder auf den ersten Tag zurück zukommen: Als das organisatorische vorbei war, liefen wir von der Pension in das Institut für Keramik, Glas- und Baustofftechnik (KGB). Hier ging es, wie bereits erwähnt, um den Werkstoff Glas. Im sogenannten „Nachtlabor“, einer Veranstaltungsreihe der Uni, erfuhren wir im Laufe des späten Nachmittags und Abends in Praktika und Vorlesungen viel über Glas und dessen Herstellung. Thema war unter anderem die Herstellung von Sicherheitsglas und Glasfasern.

Als die Praktika vorbei waren, aßen wir noch im Institut Abendbrot und gingen dann zurück in die Pension.

Der nächste Tag, Mittwoch, beschäftigte sich mit Keramik. Ähnlich wie der vorherige und auch der folgende Tag, bestand das Programm aus Vorlesungen, bei denen wir die Grundlagen der jeweiligen Werkstoffe übermittelt bekamen und aus Praktika, in denen wir das gelernte Wissen anwenden bzw. vertiefen konnten. In der Vorlesung ging es größtenteils um die Bruchfestigkeit und Anwendung von Keramiken. Im Praktikum überprüften wir dann die Belastbarkeit von Keramik, sei es durch Schockabkühlung oder Zugfestigkeit.

Um auch einmal einen Industriebetrieb kennenzulernen, fuhren wir nach dem Mittagessen zur Firma Duravit in Meißen, die Sanitärkeramik herstellt. Hier wurde uns die Herstellung der Keramiken gezeigt, von der Grundzusammensetzung bis zum Brennen. Nach der sehr lauten und warmen Führung durch die Fabrik, ging es zurück nach Freiberg. Zum Schluss gab es noch ein Plenum im neuen Studieninformationszentrum (SIZ), in dem uns auch am Vortag die Universität vorgestellt wurde. Den Abend konnten wir uns mit unseren neu gewonnenen Freunden frei einteilen.

Am letzten Projekttag, der mein persönlicher Lieblingstag war, war das Thema Baustoffe. In der Vorlesung ging es um Hochleistungsbeton, ein Stoff der oft als langweilig wahrgenommen wird, in Wirklichkeit aber auch sehr interessant sein kann. Besonders in der Herstellung. Ähnlich wie beim kochen können bestimmte Stoffe in der Rezeptur den Beton sehr spröde aber auch sehr stabil machen. Das Praktikum beschäftigte sich mit der Herstellung von Beton und Gips und wir konnten selbst aktiv werden. So stellten wir beispielsweise Eierbecher oder Kerzenhalter aus Beton her.

Nach dem Beton ging es in das Besucherbergwerk „Reiche Zeche“. Dieser Ausflug war für mich der absolute Höhepunkt. Mit einem sympathischen Bergwerksführer wurden wir durch das Bergwerk geleitet und ich konnte kaum fassen, wie die Bergleute diese enge und diese Dunkelheit ausgehalten haben. Teilweise waren die Berggänge nur einen Meter hoch und alles fühlte sich sehr abenteuerlich an. In einem Raum sollten wir dann unsere Stirnlampen ausschalten. Es war so dunkel, dass man überhaupt nichts gesehen hat. Der Bergwerksführer zündete eine Kerze an und zeigte uns unter welchen Zuständen die Bergleute vor mehreren Hundert Jahren arbeiten mussten.

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Nach diesem unglaublichen Erlebnis ging es wieder über Tage und das Abendessen nahte. Dieses Mal konnten wir uns mit Studenten, Mitarbeitern und Professoren der TU über das Universitätsleben und -lernen unterhalten.

Am letzten Tag gingen wir vor der Abschlussveranstaltung in die zum Anfang erwähnte Mineralienausstellug „terra mineralia“, hier kann man Mineralien in allen Farben und Formen aus der ganzen Welt bewundern. Je nachdem welches Element im Gestein eingeschlossen wurde, sieht das Mineral anders aus. Einige sind farblos, andere leuchten unter UV-Licht. Über 3500 Exponate konnte man im Museum anschauen.

Danach werteten wir das Programm des Camps aus und bekamen unsere Teilnahmezertifikate. Dann ging es zurück zum Bahnhof, wir verabschiedeten uns voneinander und fuhren wieder nach Hause.

Mir hat dieses Camp wieder einmal sehr gut gefallen, da ich nach dem Abitur sehr gerne einen Studiengang, der sich mit Werkstoffen beschäftigt, belegen würde, weil man bei MINT-Camps sehr tolle und interessante Menschen kennenlernt und zudem eine gute Möglichkeit erfährt, auch mal außerhalb der Schule Naturwissenschaften zu erleben.

Richard Lessing, 017EN1