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Tradition der Lehrlingsausbildung gibt es nicht

Schwedischer Botschafter Per Thöresson weilt zur Feier " 100 Jahre Hauptgebäude"  zu Gespräch im Abbe-Gymnasium

von Norman Meißner

Eisenach " Ohne gesunde Ozeane gibt es kein Leben -  wir müssen danach leben und deshalb haben am 24. September 2015 alle Uno-Mitgliedsstaaten die Agenda 2030 für nachhaltige Entwicklung unterschrieben" , betont am Dienstagvormittag Schwedens Botschafter im Ernst-Abbe-Gymnasium Eisenach. Auf Vermittlung des Honorarkonsuls und Aufsichtsrats der Schulstiftung, Gerald Grusser, spricht Botschafter Per Thöresson innerhalb der Feierlichkeiten " 100 Jahre Hauptgebäude"  mit den Schülern des Abiturjahrgangs 2023 über die 2015 gesteckten Ziele des Klimaabkommens. " Wir wollen beiderseitig voneinander lernen und Erfahrungen teilen" , betont Per Thöresson, der erstmals die Wartburgstadt besucht. Bei der Erfüllung dieser Klimaziele hat Schweden mit Dänemark die Nase seit Jahren vorn.

" Was macht Schweden besser als Deutschland, um die Klimaziele zu erreichen"  fragt eine Zwölftklässlerin. In Schweden entstehen, so der Botschafter, aktuell drei Werke für die Batterieproduktion. " Wir wollen, dass die Batterien nachhaltig in CO2-freier Produktion entstehen -  Batterien aus China sind sehr stark mit CO2 belastet" , fährt der 60-Jährige fort, der seit 32 Jahren in der Diplomatie arbeitet. Konkurrierende Lastwagenhersteller Schwedens schließen sich zusammen, um die Batterie- und Ladetechnik weiter zu verbessern. Am Forschungsprojekt Electric Road Systems  arbeiten beide Länder zusammen, in denen es zusammen acht Teststrecken gibt. " Die Lastkraftwagen sehen aus wie mutierte Straßenbahnen" , verdeutlicht der Gast.  Die Steuern für Elektrofahrzeuge sind in beiden Ländern ähnlich, aber in Schweden gibt es in Innenstädten für Elektroautos reservierte, kostenfreie Parkplätze und freie Fahrt auf Busspuren. " Letztes Jahr war die Hälfte der neu zugelassenen Fahrzeug Elektroautos" , sagt Per Thöresson über sein Heimatland.

Schulleiterin Elke Menzel interessiert sich für das Bildungssystem des skandinavischen Landes. Weil private Schulkonzerne große Gewinne mit Steuergeld einfahren, ist aktuell eine Diskussion im Gange, um privat betriebene Schulen wieder zu verstaatlichen. Dort dauert die Grundschule neun Jahre. Knapp 90 Prozent der Schüler entscheiden sich dann, dass Abitur zu machen. " In Schweden gibt es leider die Tradition der Lehrlingsausbildung nicht, und so studieren fast alle" , erzählt der Botschafter, der nach dem Studium seinen ersten Job bei Mercedes in Stuttgart fand.

Ferner interessieren sich die Schüler für die Themen Armutsbekämpfung, Ausländereinwanderung, Lebensmittelversorgungssicherheit, Wirtschafts- und Forschungsförderung sowie die Voraussetzungen für das Arbeiten in Schweden und insbesondere als Botschafter. " Die Hochschulausbildung und die Sprache sind wichtig, aber die Personalität ist das wichtigste, um das Land in der Ferne zu repräsentieren" , betont Per Thöresson.

Am Vorabend genießt der Gast im Palas der Wartburg eine Tannhäuser-Aufführung. " So etwas Schönes habe ich selten erlebt" , ist seine Begeisterung noch am Tag darauf groß. Im Wartburghotel trägt er sich ins Goldene Buch der Stadt ein. Bei einer Diskussion im Rathaus erfährt der Botschafter am Dienstagmittag, wie die Uno-Klima-Agenda 2030 auf lokaler Ebene Verwirklichung findet.

 

Bildunterschrift: Honorarkonsul Gerald Grusser und Botschafter Per Thöresson (hinten von links) sowie die Oberstufenleiterin Doris Rommel und Schulleiterin Elke Menzel (vorn von links) diskutierten mit den Zwölfklässlern vom Abiturjahrgang 2023 über die Klimaziele der Uno-Agenda 2030. Norman Meißner

Quelle: Thüringer Allgemeine - Eisenach vom 05.10.2022